Xoff | Christoph Pardey

Xoff in Zahlen | Stand 20. Juli 2019

43

Länder besucht

10623

km Lastwagen gefahren

810

Tassen Tee getrunken

2

Barthaarlänge in mm

40

Internetverbindung-Fails gopferdeggel

5060

Fotos geschossen

23. März 2019 | Probefahrt «KAPOW»

Natürlich darf ein Modellboot nicht fehlen wenn ich ein halbes Jahr unterwegs bin!

Die Kehrer Jetsprint «KAPOW», ein kleines, wendiges, schnelles, unproblematisches, fast unkaputtbares Fun-Boat mit ihren beiden Steuer-Blondinen ist genau die richtige Wahl.

Vor der grossen Reise musste selbstverständlich eine Probefahrt sein. Unter realistischen Bedingungen: eitel Sonnenschein und ein gut ziehender kleiner Fluss mit Stromschnellen und unregelmässiger Strömung.

Sie hat mit Bravour bestanden. War nicht anders zu erwarten.

 √ Check.

 

Mehr über meine Passionen auf meiner Website www.xoff.ch.

 

 

Lorenz über Xoff

Lorenz erinnert sich:

Irgendwann vor einer gefühlten Ewigkeit, die Nullerjahre laufen grad so richtig heiss, Motorola ist kein Boliden-Grandprix, sondern Pionierfactory für das eindäumige Leben dieser Tage, den Einstieg ins Internet gibts nur über ein trillerndes und rauschendes Dialup-Modem, in Paris brennen die Banlieus, Moshammer verlässt für immer Daisy… in eben dieser Zeit betritt ein charmanter Mann in kariertem Veston aus feinem Gewand das Hotel Les Trois Rois am Ufer des Rheins. Zum Blind-Date geladen von einem Inland-Touristenpärchen, auf der Suche nach einem kundigen Basel-Stadtführer. Gefunden haben wir eine ausgefallene Persönlichkeit, ein lieber und geschätzter Mensch, der in all den Jahren in unsere Familie gewachsen ist und uns immer wieder freudig überrascht und zum Staunen bringt!

Xoff…

  • der Marilyn Manson unter den Modellbauern
  • der Tom Waits unter den Fotografen
  • der Gogol Bordello unter den Traumtänzern
  • der Kris Kristofferson unter den Convoy-Truckern
  • der Il Postino der Auslandbestellungen
  • die Dita Von Teese unter den Schertrüüden
  • der Eddie the Eagle unter den Frauenhelden
  • der Easy Rider aus Kleinbasel
  • …mein sehr geschätzter Freund!

Xoff auf Reisen

Der Mensch Xoff, der auf diese Reise geht, ist ein vom Leben in der bisherigen Form etwas und teilweise müde gewordener Mann ein Jahrzehnt bevor er zum ersten Mal Rente erhält. Seine Töchter sind erwachsen und selbständig. Er steht in einer gefestigten und guten Beziehung. Er hat beruflich vieles erlebt. Irgendwie kann ihn im Alltag nicht mehr viel erstaunen, manchmal sogar nicht einmal erfreuen.

Ein Sabbatical! Eine Auszeit um neue Ideen, Motivation, Horizonte, Geschichten und Aussichten zu haben und entwickeln....davon habe ich schon viel gesprochen und geträumt. Eine gewisse Zeit wegzugehen, sich vom Alltag verabschieden, sich vom Leben tragen lassen - genau das hat mir Lorenz angeboten, als er mich fragte, ob ich mit ihm zusammen auf eine grosse Tour gehen wolle.

...hier wird noch weiter geschrieben...

Xoff zieht aus und lagert ein

Da ich mir das Halten meiner Wohnung finanziell nicht leisten kann und eine Untervermietung aus verschiedenen Gründen für mich nicht in Frage kam, entschied ich mich, meinen reduzierten Hausrat in einem Lager einzustellen. Ursprünglich war meine Idee, einen See-Container zu kaufen/mieten, zu füllen und dann zu lagern....aber diese Idee habe ich aus Kostengründen verworfen. 

Ein See-Container kostet rund 2500.--, das Transportieren jedes Mal 750.-- und die Lagerplatzmiete monatlich mindestens 250.--. Am Schluss wäre mich die Container-Lösung auf über 10'000.-- gekommen. Von den organisatorischen Schwierigkeiten was Beladen vor dem Haus, resp. der Werkstatt und das Finden einer geeigneten Lagerräumlichkeit, die klimatisch die Bedingungen für teilweise empfindlichen Hausrat (LPs, CDs, Dias (das sind alte, analoge Fotos auf folienartigem Trägermaterial, die man mit einem sogenannten Diaprojektor auf eine Leinwand projiziert), Bilder, etc. erfüllt und auch punkto Sicherheit/Diebstahlschutz praktikabel ist, ganz zu schweigen.

Mit Zebrabox habe ich einen Lagerraum-Anbieter gefunden, der in einer Vorortgemeinde von Basel ein Lagerhaus unterhält und der mir einen einigermassen verträglichen Preis angeboten hat. Mit rund 370.-- pro Monat zahle ich zwar immer noch wahnsinnig viel - vor allem wenn man bedenkt, dass die gemietete Box nur 3 x 3 x 3 m gross ist, also 9 m2 Fläche oder 27 mVolumen hat. So viel kostete noch keine meiner Wohnungen...41.- pro mist eigentlich der reine Wahnsinn (und das ohne irgendwelche Haustechnik wie Wasser, Strom, Badezimmer, WC, etc.)

Als erstes habe ich am Montag, 4. Feb. 2019, mein Bilder-Gestell, das ich in meinem Büro stehen hatte, in der Box aufgebaut. Es ist 2 m hoch. Dann wurde es mit den grossen und mittelgrossen Bildern gefüllt. Viele der Bilder sind von mir, einige waren Geschenke meines Grossvaters und meines Vaters (wobei diese eher kleine Bilder sind...viele Stiche und Zeichnungen) sowie - vor allem bei den grossen «Helgen» - einige Werke von Botond Gödri, dessen Wohnung und einen Teil seines Lagers ich vor rund 10 Jahren räumte. Die Werke, die mir gefielen, habe ich behalten und gehofft, einmal grosse Wände zu haben, um die Zeichnungen und Malereien zu präsentieren.

In meiner Wohnung standen die Bilder während des Abbaus und Wiederaufbaus des Gestells herum...dieser Zustand der Wohnung sollte sich ab jetzt nicht mehr ändern.

Die Qualität der Fotos ist mehr als fraglich...Handyfotos halt...

Zerlegt war das Gestell gar nicht so voluminös...:)

Eingeräumt...die Bilder sind in Sicherheit:

Als nächstes habe ich am 5.2.2019 Schachteln und Kisten transportiert und behelfsmässig in die Box gestellt...bevor ich definitiv einräumen kann, muss mindestens ein Hoch-Gestell aus der Werkstatt montiert werden, damit ich auch die Höhe von 3 m in der Box nutzen kann.

In der Wohnung sieht es dafür langsam luftig und leer aus - davon gibt's aber keine Fotos. Zu gross ist das Durcheinander als dass ich es dir zumuten möchte...;)

Das Einpacken in der Wohnung hat viele Dinge zutage gefördert, die ich zwar schätze, aber nicht (mehr) gebrauche, also habe ich mich entschieden einen Flohmarkt zu veranstalten. Zuerst wollte ich diesen in meiner Wohnung machen, als aber am ersten Nachmittag überhaupt niemand gekommen ist, habe ich mich entschieden, die Dinge zu verschenken. Das ist in meinem Quartier kein Problem, im Gegenteil. Die Leute nehmen alles mit, was noch zu gebrauchen ist - trotzdem habe ich nur schöne, gepflegte und funktionierende Sachen auf' Trottoir gestellt.

Es ist alles weg! Wie grossartig ist das denn!

Einige Leute haben mir Danke gesagt, haben Komplimente gemacht.

Dafür wurde aber die Zebrabox nicht weniger voll. Dort stapelte sich mein Hab und Gut mittlerweile meterhoch.

Neben den Korpus mit den Bildern habe ich ein Gestell, auf dem in der Werkstatt meine Modellschiffe in ihren Kisten gelagert waren, aufgestellt. Dieses hat eine Höhe von 2 Metern und eine Fläche von rund 4 m2. Nach dem Abbau desselben sieht die Werkstatt so aus:

Jetzt wurde das Gestellt in der Box wieder aufgebaut und an die Situation angepasst:

Oben auf dem Gestell habe ich vor allem den Hausrat aus der Wohnung versorgt - darunter werden die Werkstatt und die Modellschiffe Platz finden.

Hier sieht man die ersten grossen Schiffskisten:

Es wird immer voller...mittlerweile ist fast alles aus der Wohnung eingelagert.

Jetzt ist die Wohnung leer und abgegeben. Bleibt noch die Werkstatt, von der erst ein paar Schiffskisten eingelagert sind.

Meine Arbeitsweise verursacht in der Werkstatt regelmässig und innert kürzester Zeit jeweils ein Riesenchaos, das zuerst aufgeräumt werden musste. Dies nahm eigentlich am meisten Zeit in Anspruch, erleichterte aber anschliessend das Verpacken und Transportieren ungemein. Hinzu kam noch, dass ich durch das Durchforsten und Begutachten der Werkzeuge, Maschinen, Material und Rohstoffe einen guten Überblick erhielt und gezielt zur Entsorgung aussortieren konnte.

 

Die stapelbaren Systemboxen - ich habe drei verschiedene Modelle und Dimensionen, aber jeweils einige von jedem make, so dass ich gut stapeln kann - sind von grossem Vorteil. Angeschrieben findet sich dann auch wieder leichter etwas. Diese Boxen hatte ich alle vorher schon, musste also keine einzige dazu kaufen...nur etwas entstauben und neu anschreiben mute ich sie.

Die verbleibenden Schiffe und Rümpfe:

Die grosse Arbeitsfläche ist abgebaut...das Material davon habe ich alles entsorgt, resp. verschenkt.

Die Drehmaschine, die Bohrfräse, alle anderen Maschinen (Tischmodelle: Dekoupiersäge, Kreissäge, Schleifteller, Kappsäge, Ständerbohrmaschine; Handmodelle: Kreissäge, Stichsäge, Bohrmaschine, Schleifmaschinen, etc.), alles Werkzeug für die Maschinen, Rohmaterialien zum Drehen und Fräsen, viele fragile Dinge und ein grosser Teil des kleinen Modellbaumaterials sind in einer Euro-Palette mit vier SBB-Aufsteckrahmen à 40 cm Höhe verpackt worden:

Die Palette habe ich von einer Spedition ins Zebrabox-Lagergebäude transportieren lassen. Michael, ein Russe, beförderte die seiner Meinung nach etwa 600 bis 700 kg schwere Last ohne mit der Wimper zu zucken und mit einer grossartigen Leichtigkeit sowohl mit dem Palettrolli als auch im Lastwagen.

In der Box passt die Palette perfekt in die dafür vorgesehene Lücke und schliesst die Vorderwand sehr gut ab. Oben auf der grossen Kiste hat es noch massig Platz, so dass wirklich alles aus der Werkstatt verstaut werden kann.

Das Bugsieren der schweren Last ist mit dem Rolli wirklich einfach.

hier die Lücke:

Jetzt lässt sich nichts mehr aus der Box fischen ohne dass man andere Dinge zuerst herausrännen muss. Aber der Stapel Kisten links lässt sich sehr leicht entfernen...dahinter ist der Zugang frei zum Hausrat ohne die Werkstatt-Dinge aus der Box nehmen zu müssen.

Nachdem jetzt auch die letzten Schiffe, die nicht in Kisten verpackt sind, transportiert sind, sind die Platzverhältnisse sehr eng...aber immer noch übersichtlich:

Abschliessend, nachdem ich mit nur zweimaliger Hilfe (für die schweren Möbel: da haben mir Mylène&Quirin geholfen; für die Verpackung der Maschinen und das Stapeln der grossen Schiffskisten: da hat mir Amir ein Asylbewerber aus Eritrea, den ich über das Strassenmagazin Surprise kennenlernen durfte, geholfen...Euch allen VIELEN HERZLICHEN DANK!) meine gesamte 3-Zimmer-Wohnung und die Werkstatt inkl. rund 15 Modellschiffen und einem umfangreichen Maschinenpark auf diesem vermeintlich kleinen Raum untergebracht habe, stand ich heute, an meinem zweitletzten Tag in Basel, mit den letzten Habseligkeiten, die noch in der Box Platz fanden, vor der Öffnung, warf einen letzten Blick darauf, machte ein paar Fotos (die ich dann zu Hause zusammensetzte) und schloss das Rolltor ein letztes Mal ab. Adieu für sechs Monate...was für ein gutes Gefühl!

Thingies by Xoff

«Thingies by Xoff» sind die kleinen, feinen, meist mechanischen Teile, die ich in meiner Werkstatt neben den Schiffsmodellen und vielen anderen Dingen herstelle. Es sind nicht immer die besten und schönsten Dinge, aber sie haben alle viel Spass beim Fabrizieren gemacht...und darauf kommt es schliesslich an.

Ich freue mich, die diversen Teile in der Praxis unter schwersten Bedingungen zu testen und darüber zu berichten.

Tröten-Ventil-Betätigungs-Vorrichtung

Ausgangslage: Ventil der Tröten ist nicht ohne Veränderung oder Anpassung praktikabel. 

Idee: Eine Vorrichtung herstellen, die klein und stabil ist, die den Auslöseweg beschränkt und die optisch nicht aufträgt.

Ausführung: In meiner Modellbauwerkstatt mit Drehmaschine, Bohrfräse, jeglichem Werkzeug und verschiedensten Möglichkeiten stelle ich aus Teilen aus der Restenkiste ein einfaches, stabiles Teil her.

Ein Messingrund mit 30mm Durchmesser wird zu einem Rohr gebohrt und ausgedreht, das sich über das Originalventil der Tröten stülpen lässt.

ein Loch mit 10mm Durchmesser ist für die Druckleitung vorgesehen, die in die Befestigung integriert ist und in einem M10-Messingrohr läuft. 

Am Ende wo sich der zu betätigende Hebel befindet, schlitze ich das Rohr mit 2mm und löte hart ein Rundmessing mit 8mm Durchmesser ein, welches ebenfalls teilweise geschlitzt wird. Dabei achte ich darauf, dass der Schlitz im eingelöteten Lager eine Neigung von etwa 15° hat, was mir als Anschlag für den Hebel einen wird. Das Lager wird noch mit 2mm quer gebohrt, damit der Stift, der als Lager für den Hebel dient, eingedrückt werden kann.

Nach einigen Versuchen und Anpassungen dünkt mich die Funktion richtig, ohne dass ich es am Lastwagen, der in Bern steht, direkt testen kann.

Eine Zugfeder aus dem Fundus länge ich passend ab und hänge sie in die dafür vorgesehenen Löcher ein.

Wunderbar, das Teil funktioniert ohne Schwierigkeiten in der Hand…ob es seinen Dienst ebenso zuverlässig an der Druckluftleitung erledigt wollen wir sehen.

 

Gefederte ActionCam-Aufhängung im Streampunk-Stil

Ausgangslage: Die zu erwartenden Erschütterungen und Vibrationen auf den Naturstrasse in den Steppen Kasachstans, den Baustellen auf dem Karakorum-Highway oder den Furten in der Mongolei werden die Filmaufnahmen, die ich zu machen gedenke, stark verwackeln.

Idee: Gymbals oder andere Stabilisierungs-Utensilien sind beim Filmen sehr hilfreich, um das Wackeln von Händen und die Vibrationen von Fahrzeugen zu absorbieren. Leider finde ich im Internet keine Vorrichtung, die meinen Vorstellung entspricht und auch in ein Amateur-Budget passt. Also will ich in meiner Werkstatt eine gefederte Kamera-Aufhängung herstellen.

Ausführung: Messing aus der Restenkiste ist der Rohstoff auch dieses Teils. Verschiedene RundStangen aus Messing und ein Rest 8 x 8 mm Vierkant Messingrohr sowie ein durch einen edleren ersetzten Modellauto-Stossdämpfer stellen das Ausgangsmaterial dar.

Meine Idee ist, die ActionCam, eine alte JVC Adixxion, soll auf einem relativ schweren Stück Rundmessing befestigt werden. Diese hoffentlich relativ träge Masse soll in einer Halterung so leichtgängig eingebaut sein, dass sie sich auf und ab bewegen kann. Ein darunter eingebauter Stossdämpfer, den ich beim Tunen meines Axial Wraith zur Seite gelegt hatte, soll die Stösse und Vibrationen im Fahrbetrieb so gut wie möglich abfedern oder gar absorbieren.

Es macht ungemein Spass, sich bastelnd auf diese Reise vorzubereiten. Während der Stunden in der Werkstatt geniesse ich die kreative Ruhe, bin ganz in meiner Welt gefangen und verliere beinahe das Gefühl für Zeit und Raum.

Wie man sieht arbeite ich sehr gerne mit Messing. Dieses Metall lässt sich mit der Fräse und auf der Drehmaschine leicht bearbeiten.

Und es gefällt mir. Es verwittert/oxidiert sehr schön und lässt sich auch sehr gut und mit einem schönen Effekt brünieren.