Reise | Fahren | Staunen | Innehalten

7. April 2019 | Das Abenteuer beginnt

Seit heute sind wir unterwegs...Aktuelles zur Reise findest Du im Blog.

Wird hier auf der Webseite etwas Neues gepostet, so informieren wir im Blog.

6. April 2019 | GPS-Track

Um Missbrauch während der Reise zu erschweren haben wir uns entschieden, eine Registration für das Betrachten unseres unmittelbaren Standorts zu installieren. Das mag für die BetrachterInnen einen zusätzlichen Aufwand bedeuten - uns gibt es eine kleine Sicherheit. Die Registration dient alleinig dem Zugang zur Ansicht der Karte und muss nur einmal vorgenommen werden. Sie ist nicht Bedingung für die Sichtbarkeit des restlichen Inhalts dieser Webseite.

3. April 2019 | T - 4

Am viertletzten Tag vor dem Abschied aus der Schweiz ist der Point of no Return bereits längst überschritten. Zur Vorfreude gesellt sich bei mir zeitweise auch ein Hauch von Lampenfieber, kommt ab und an auch ein kleiner Zweifel auf ob es denn wirklich gut ist diese Reise zu unternehmen (reichlich spät, liebe Psyche...jetzt blasen wir nichts mehr ab!...was denkst du denn!¿?) und lässt sich das leicht debile Grinsen auf dem Gesicht kaum mehr verbergen. 

Der Töff ist bei Freunden sicher und geschützt untergestellt - Danke, liebe Susanna und lieber Tony!

Die Zebrabox ist gefüllt und verriegelt, um frühestens in sechs Monaten wieder geöffnet zu werden.

Die Werkstatt ist komplett leer.

...und die Spannung steigt und steigt...:)

30. März 2019 | Besucher aus den Tiefen des Internet

Seit Tagen wird diese Webseite von Besuchern frequentiert, die sich scheuen, die Vordertür zu nehmen. Sie brechen ein und verursachen damit immer wieder Probleme - zeitweise ist die Webseite nicht erreichbar, weil sie sich aus Sicherheitsgründen selber abschaltet, resp. sperrt.

Diese Besucher, die vorwiegend über IP-Adressen aus der östlichen Hälfte unserer beiden zusammengewachsenen Kontinente verfügen - was nicht heissen muss, dass sie auch dort sitzen - und mit teils rabiaten Mitteln versuchen, auf meiner Webseite Dinge zu finden, die dort gar nicht sind, fallen unter den Sammelbegriff «Hacker». 

Es ehrt mich, dass so grosses Interesse an den Inhalten und an meiner Person besteht. Allein in den letzten paar Tagen musste mein Webserver mehr als 400 IP-Adressen sperren, weil sie sich unlauterer Mittel bedienten. 

Wir könnten das ganze Spiel auch einfacher gestalten - und für mich und meinen Webhost vor allem gemütlicher. Fragt doch einfach, was ihr wissen wollt. 

Auf der Webseite sind keine Daten oder geheimen Kommunikationswege versteckt, es finden sich keinerlei Hinweise auf illegale oder andere unerwünschte Tätigkeiten, weil da keine sind. Wenn ihr die polterige, kritische, sarkastische, witzige (finde zumindest ich), laute, schrille, unhöfliche, gleichgültige, hochmütige, nervige, idiotische, nörgelnde, fluchende Seite von Xoff Christoph Pardey kennenlernen wollt, so geht auf Facebook. Dort steht alles Böse, Kritische, Wütende, das ich je geschrieben und von mir gelassen habe...aber das bin nicht ich, sondern mein dortiges Profil. Von Lorenz werdet ihr wahrscheinlich nichts finden, da er undigital lebt. 

Hier und auf xoff.ch werdet ihr nichts als sachbezogene, überlegt geschriebene, wenn immer möglich nachhaltige, hoffentlich erfreuliche, durchaus freundlich gemeinte, meist lustige oder spannende, manchmal vielleicht traurige oder verwirrende, erstaunliche und oder gar erfrischende Texte und die bereits veröffentlichten Fotos finden.

Aber macht mir bitte nicht das Leben schwer mit Angriffen auf ein Ziel, das sich sowas von überhaupt nicht lohnt.

Wie gesagt: ich gebe gern offen und ehrlich Auskunft. Fröge choscht ja nüüd.

 

23. März | Visa für Russland

Unsere Visa für Russland sind eingetroffen.

Das ist an sich nichts Besonderes oder Bewegendes...aber mich freut's trotzdem sehr. 

...um jedwelche Kritiken seitens der ausgebenden Behörde zu vermeiden siehst du jedoch nur mein Heimatland und mein Geburtsdatum.

9. März 2019 | Reiseroute wird weiter angepasst - Visabestimmungen verändern sich

Da wir unser Vorhaben, das Kaspische Meer südlich über den Iran zu umfahren (orange Route auf der Karte), wegen eines neu strikt umgesetzten, aber schon alten Gesetzes zum Verbot der Einfuhr von Motorrädern mit einem Hubraum vom >250cm3, haben fallen lassen müssen, war die Überfahrt über's Kaspische Meer von Baku in Aserbaidschan nach Turkmenbashi in Turkmenistan der nächste Plan (blaue Route auf der Karte).

Nun gestaltet sich aber das Bereisen von Turkmenistan mit eigenem Fahrzeug als sehr kompliziert. Zum einen sind die Visabestimmungen streng - man muss das Einreisedatum genau angeben und ab diesem Datum muss ein Guide zur Verfügung stehen, den man voll bezahlt. Das ginge ja alles...das lässt sich planen, denken wir. Nächste Hürde ist die Fähre von Baku nach Turkmenbashi. Die hat keinen Fahrplan. Sie fährt wann sie fährt. Und sie fährt auch nicht direkt. Oder manchmal bleibt sie einfach ein paar Tage auf dem Meer stehen. Keiner weiss warum - und keiner hat genügend Proviant. Im schlimmsten Fall vertrödelt man mehrere Tage für das Warten auf die Fähre und dann noch auf dem Meer. Die direkte Überfahrt dauert scheinbar 17 Stunden und würde uns mit dem Lastwagen rund 2000 $ kosten.

Das kann man alles in Kauf nehmen und sich darauf einstellen...wenn dann aber die zur Verfügung stehenden Reiseführer nicht begreifen wollen, dass wir nicht JEDE Sehenswürdigkeit in diesem riesigen Land sehen und nicht dauernd Tagesetappen von über 300 km in teils unwegsamem Gelände fahren wollen, dass wir gerne auch einfach ein paar Stunden in ein Café sitzen, dem Treiben und Leben zuschauen, vielleicht mit Leuten ins Gespräch kommen wollen und unser Bild nicht von den Sehenswürdigkeiten, sondern von den Erlebnissen in einem Land geprägt sein wird, beginnt es uns zu stinken.

So wichtig ist dann Turkmenistan auch nicht...vor allem nicht, wenn - wie wir eben von der Kasachischen Botschaft erfahren haben - die Einreise in den anderen Stan-Ländern gänzlich ohne Visum stattfindet. Warum sollen wir uns mit Visum-Beschaffung herumschlagen, wenn mit einem kleinen interessanten Umweg jegliche Visageschichten umgangen werden können?!?

So ist die grüne Route zustande gekommen.

Das bedeutet, dass wir für die gesamte Reise nur zwei Visa benötigen: das Russische und das Mongolische. Geil, was?

Etwas mehr im Detail, wie die Fahrt von Istanbul nach Samarkand aussehen könnte:

Eine Anmerkung erlaube ich mir aus aktuellem Anlass:

Ich erhalte immer wieder Reaktionen von Freunden, Interessierten, Bekannten und auch Fremden auf meine Beiträge hier und im Blog.
Einige fragen sich, wie man solche Dinge wie das seit letztem Sommer durchgesetzte Gesetz im Iran oder die neuen Visabestimmungen in Kasachstan nicht früher wissen kann...so könne man doch nicht planen! 
Für viele Reisende sieht Planung so aus: sie gehen in ein Reisebüro und «planen» dort mit dem Profi ihren Urlaub in ein unbekanntes Land. Sie suchen aus, welche Exkursionspakete sie buchen, welche Hotelklasse sie bevorzugen, wie gross die Gruppengrösse auf der Safari sein soll, was für ein Fahrzeug sie für einen Ausflug buchen, usw.
Wir machen das - mit Verlaub - etwas anders. 
Der Aufhänger zu dieser Expedition war die Frage, ob ich mitfahre nach New York (dabei würde ich NIE in die USA reisen!). Das war für mich der Startschuss zu einer Reise, die vor meiner Haustür in Basel beginnt. Es soll nach Osten gehen. So weit wie möglich. Auch wenn wir auf diese Weise nicht bis in den Westen kommen werden, wird es eine grosse Strecke sein. Dabei ist nicht so wichtig, wo uns die Route genau durch führt. Das lässt sich nicht planen, weil wir auf die Tips und Warnungen und Vorschläge anderer Reisender und vor allem der jeweiligen Bevölkerung hören wollen. 
Wir fahren lieber einen «Umweg» von 500 Kilometern um eine alte Feuerwache zu besichtigen und mit den Männern dort ein Fest zu feiern als Wolkenkratzer beim Selfie im Hintergrund haben zu müssen...was mich natürlich nicht hindern wird, die Türme von Astana fotografisch festzuhalten.
Wir hoffen beide im Geheimen, dass wir ab und zu Pannen haben, denn so kommen wir mit den Menschen in Kontakt, so lernen wir Werkstätten kennen und knüpfen Kontakte, die weit über das rein technische einer Reparatur hinaus gehen.
Vielleicht entscheiden wir uns, an einem tollen Ort spontan eine Woche zu bleiben, uns zu entspannen, die Ruhe zu geniessen oder den Trubel, historischen Stätten nachzugehen oder uns in einem Atomtestgelände verstrahlen zu lassen (das ist ein Witz, Mami!)...vielleicht müssen wir die gesamten Kochkünste einer alten, lustigen Frau kennen lernen und dann ein Kochbuch für sie schreiben.
Wer weiss?
Planen lässt sich sowas nicht - und es kommt ja auch eh immer anders. 

5. März 2019 | Vorführen unseres Motorrads und Wunden-Nähkurs

In aller Früh machten wir uns am vergangenen Dienstag, mit auf den Trailer verladenem Motorrad, zur Motorfahrzeugprüfstation in Bern-Wankdorf auf.

Es war kalt, die majestätische Berner Oberländer Alpenkette mit Eiger, Mönch und Jungfrau, den Fiescherhörnern und einigen gewaltigen Bergriesen, die ich nicht kenne, strahlte im Morgenlicht und beim Ausatmen ergab sich eine Dunstfahne. Und die Batterie des Töffs wollte nur einmal genug Saft bieten für den Startvorgang...leider bevor der Experte anwesend war.

Er meinte dann, das sei doch nicht so schlimm, «dann stossen sie ihn einfach an...», was wir dann auch gemacht haben und die BMW F 650 GS, ein altes Modell mit nur einem Zylinder, sprang tadellos an und machte keine Mätzchen.

Dass das Fernlicht nicht funktionierte (obwohl es gestern Abend noch lief...) beeindruckte ihn auch nicht sonderlich. Lorenz musste lediglich mit Unterschrift bestätigen, dass er's innert 30 Tagen in Ordnung bringt - und wir hatten den Stempel und die Überschreibung der alten Nummer von Lorenz' Vater im Sack.

Also den handlichen Töff wieder aufgeladen und nach einer Möglichkeit gesucht, wo wir einen Kaffee trinken könnten...das ist gar nicht so einfach wenn man ein rund 10 m langes Fahrzeug parken muss!

Wir fuhren nach einem Kontrollanruf zu Lorenz' Eltern, wo wir in einem eher schicken Quartier Platz fanden, unser Monster stehen zu lassen. Bei einem Kaffee demonstrierte sein Vater uns das Zunähen von Schnittwunden an einer Orange. Er ist pensionierter Arzt und rüstet uns mit einer tauglichen Reiseapotheke inkl. kleinem Operationsbesteck und Mittel für lokale Anästhesie aus. 

Wir übten jeder ein wenig und haben das Gefühl, im schlimmsten Fall eine Wunder schliessen zu können um es in ein Spital zu schaffen. Mehr nicht. Aber wir haben das Notwendigste dabei, was unter Umständen auch bei einem Arzt oder in einem kleinen Spital in der Pampa von Vorteil sein kann. Es gibt immer wieder Geschichten von Reisenden, die zuerst Nadel und Faden besorgen mussten bevor an eine Operation gedacht werden konnte.

Das Wichtigste ist, das Zeug dabei zu haben und es ungebraucht wieder nach Hause mitzubringen oder am Ende der Reise jemandem zu verschenken, der's gebrauchen kann.

 

GPS-Tracking mit SPOT3

Quelle www.findmespot.com

Mätthu und Fäbu vom Team «Eye of the Taiga - Mongol Rally 2018» haben uns ihren SPOT3-GPS-Tracker verkauft. Vielen herzlichen Dank!

Mit diesem Gerät sind wir in der Lage, Dir mit einer sicherheitsbedingten Verzögerung sehr genau mitzuteilen, wo wir uns auf der Reise befinden. Du kannst Dich hier auch jederzeit selber informieren.

Ab 6. April 2019 wird das Tracking verfügbar sein.

 

 

Der Iran-Traum ist geplatzt

Nachdem Lorenz bereits mit der Hiobsbotschaft gekommen ist, habe ich nun, nachdem ich recherchiert habe, die Gewissheit: unsere Route um das Kaspische Meer durch den Iran ist wohl gestorben.

Bei Tourenfahrer.de habe ich einen Artikel gefunden, der die Praxis, das seit 2005 bestehende Verbot von Motorrädern mit einem Motorvolumen über 250 cm3 durchzusetzen, bestätigt. So können seit dem 23. Juli 2018 keine Motorräder über 250 cm3 mehr eingeführt werden.

Unsere Variante wird wahrscheinlich sein, dass wir die Fähre von Baku in Aserbaidschan nach Turkmenbashi in Turkmenistan nehmen werden. Hier stellt sich einfach das Problem, dass ein Transitvisum nur 5 Tage Zeit lässt, das gesamte Land zu durchfahren und es muss auf ein bestimmtes Datum vorausbestellt werden. Hinzu kommt, dass die Fähre gar keinen Fahrplan hat, sondern dann fährt wenn sie eben fährt. So ist die Einreise in Turkmenistan gar nicht genau planbar.

Eine Möglichkeit wäre, ein Touristenvisum zu beantragen - das wäre dann aber nur mit einem Führer zusammen möglich.

Wir bleiben dran und ich informiere, sobald ich mehr weiss.

Quelle Google Maps

Präzisierung der geplanten Reiseroute

Wir haben die Reiseroute präzisiert.

Geholfen haben uns die aktuellen Reise-Informationen von Mätteli und Fäbu des Berner Teams «Eye of the Taiga» (website mongolrally.ch), die dieses Jahr mit einem Fiat Panda bis nach Ulan Ude und zurück gefahren sind. Auch einer der vielen Bekannten von Lorenz aus Bern hat uns wertvolle Informationen über die Bestimmungen in Russland geben können.

Einige Länder verlangen eine frühzeitige Beantragung des Visums, bei anderen kann man «on arrival» an der Grenze den Antrag ausfüllen.

Für den Iran müssen wir einen Teil des Fahrzeugwerts auf der Botschaft hinterlegen.

Turkmenistan müssen wir mit einem Transitvisum innert 5 Tagen wieder verlassen und können nur an bestimmten Grenzübergängen ein- und ausreisen.

Wir haben auf der Karte relativ Handgelenk x π geschaut, wie weit wir in einer Woche kommen und so unsere vorläufige Route zusammengestellt. Diese ist nicht in Stein gemeisselt und wird sich im Detail bestimmt meistens woanders bewegen, denn wir werden nicht auf den schnellsten Routen brettern, sondern auf den schönsten geniessen...;)

  • am Samstag, 5. April 2019, verabschieden wir uns zuerst in Bern mit einem Brunch und dann in Basel mit einer kleinen (?) Party
  • am Sonntag, 6. April, fahren wir los.
  • Österreich, Ungarn bis Budapest in der ersten Woche. Das sind rund 1000 km.
  • Budapest - Rumänien - Bukarest - Bulgarien - Istanbul in der zweiten Woche. Das sind rund 1500 km.

  • von Istanbul geht es der Schwarzmeerküste entlang nach Georgien. Bis Tiflis sind es rund 1700 km, das wollen wir in etwa 10 Tagen fahren.
  • Am 1. Mai wollen wir in Aserbaidschan einreisen und danach gemütlich durch den Iran fahren, so dass wir am 1. Juni in Turkmenistan einreisen können.
  • Im Mai sind etwa 2100 Kilometer geplant.

  • Im Juni ist zuerst Turkmenistan angesagt. Asgabat ist die Hauptstadt, die wir besuchen wollen. Und dann natürlich das Tor zur Hölle oder den «Krater von Derweze», ein brennendes Loch in der Erde. Das sind innert 5 Tagen etwa 800 km.

 

Quelle Wikipedia

Dieser Krater ist entstanden, als die Erde über einem Bohrloch zusammen brach. Die Leute hatten dann die gute Idee, das ausströmende Gas anzuzünden, weil sie glaubten, das erlösche dann irgendwann. Das war 1971. Sie warten noch heute.

  • weiter geht's durch Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisistan und Kasachstan.
  • In rund 3 Wochen werden wir diese Strecke von 3800 km zurücklegen...wenn das nicht zu viel ist.
  • Anfang Juli 2019 betreten wir Russland, fahren aber direkt zur mongolischen Grenze.
  • Bis nach Ulaanbaatar, der Hauptstadt der Mongolei sind es rund 2500 Kilometer.
  • Von Ulaanbaatar über Ulan Ude bis nach Irkutsk in Russland sind es dann noch etwa 1000 km.
  • In Irkutsk wollen wir Mitte Juli ankommen. Auch das sind sehr viele Kilometer.

Von Irkutsk bis nach Wladiwostock wären es 4000 km - zurück 8000. Das sparen wir uns sehr wahrscheinlich, nehmen stattdessen einen Inlandflug an den östlichsten Teil und leben uns in der wohl angesagtesten Stadt des Fernen Ostens für ein paar Tage aus.

Danach Rückflug nach Irkutsk und Antritt der Rückfahrt längs durch Russland.

Tönt gut, oder?

Ob es auch wirklich so gut läuft, ob wir diese teilweise grossen Ziele erreichen, ob wir wegen eines Problems stecken bleiben oder gezwungen sind auf ein Ersatzteil zu warten, ob wir gar von einem Ort so überwältigt sind, dass wir länger bleiben wollen, ob sich politische Situationen verändern und wir unsere Route ändern müssen...wir wissen es nicht und bleiben mit der Planung immer flexibel wo immer das geht.

Unser Projekt

Als Lorenz mich fragte, ob ich mitkommen wolle auf diese grosse Reise, war mir sofort klar, dass es kein touristisches Pseudoabentuer mit wohlkalkuliertem Risiko werden würde, sondern dass es vom ersten Kilometer an ein Abenteuer wird. Ganz im Sinne Boorstins Aussage im Wikipedia-Zitat oben suche ich gar nicht die Annehmlichkeiten eines klimatisierten Hotelkomplexes inmitten malerisch angelegter Palmengärten und das seichte Prickeln auf dem Ausflug in das Einheimischendorf am Rand der Wüste. Mich reizt das raue, wilde, die unverfälschte Gastfreundschaft in der Pampa, das ungewohnte Essen, das einem in der Jurte aufgetischt wird und das Beheben einer Panne auf der schlammverschmierten Auffahrt einer Furt des holperigen Steppen-Highways.

Ja, im Ernst. So ist es.

Ich bin mir bewusst, dass meine Hände wahrscheinlich sechs Monate lang nach Diesel riechen werden, das ich nach drei Tagen in den Höhen des Karakorum nach den Annehmlichkeiten des Basler Rheinbords im Sommer lechzen werde und dass mir die sanitären Bedingungen schon nach kurzer Zeit auf den Nerv gehen werden und ich mich nach einem gemütlichen Badezimmer sehnen werde. Aber das sind Kleinigkeiten gegenüber den grossartigen Landschaften, den interessanten Begegnungen, den spannenden Erlebnissen, dem Abenteuergefühl und einfach dem Spass, den wir haben werden!

Reiseroute

Mein absoluter Teaser ist die Mongolei! Dieses Land, diese Landschaft, interessiert mich schon seit ich denken kann. Waren es in der Jugendzeit die Geschichten Tschingis Khans, später die Landschaftfotografien eines Landes, das schier unbegrenzte Weiten kennt und vor ein paar Jahren war es eine Schülerin, Anudari, die als Flüchtling zu mir in die Fremdsprachenklasse gekommen war und mir mit ihrer Art und ihren Erzählungen grosse Lust auf das Land und die Leute machte.

Dieses Land wollte und will ich sehen, erleben, bereisen, fotografieren!

Bei der Beschäftigung mit möglichen Routen - wir haben uns noch nicht festgelegt und werden das auch nicht bis ins letzte Detail machen, sondern wollen spontan reagieren und auch unserer Lust nachgehen können - finde ich in allen Ländern spannende und interessante Aspekte. Meist ist die Fülle an Informationen so gross, dass sich ein längerer Aufenthalt lohnen würde.

Da kommt das Dilemma zwischen der Lust so viel wie möglich zu sehen und entdecken und der begrenzten Zeit für eine relativ lange Strecke. Je nachdem werden wir uns entscheiden, eine Region etwas genauer kennen zu lernen, was sich auf der anderen Seite auf das Fahren auswirken wird. Entweder müssen wir dann die «verlorene» Zeit mit Monsteretappen aufzuholen versuchen oder wir müssen vor dem Erreichen des grossen Ziels umkehren oder stoppen.

Das grosse Ziel. Wladiwostock.

(Quelle) Wladiwostock - Beherrsche den Osten

Wladiwostock liegt dort wo Russland östlich von China wieder ans - Japanische! - Meer, kommt.

Quelle: Google Maps

Auf einer möglichen Route liegen Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, die Türkei, Georgien, Aserbaidschan, der Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Kirgisistan, Kasachstan, Russland und die Mongolei. Es könnte auch sein, dass wir der Adria entlang Richtung Türkei fahren. Dann wären eher Kroatien, Slowenien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Serbien an Stelle von Österreich, Ungarn und Rumänien auf der Liste. Oder wir fahren von Ungarn aus über die Ukraine nördlich am Schwarzen Meer vorbei. Oder wir überqueren das Kaspische Meer von Aserbaidschan aus und lassen den Iran und einige der Stan-Länder aus, nahmen dafür aber die brütend heisse kasachische Steppe mit.

Die mir momentan am sympathischste Strecke ist die erste Variante. Das sind rund 16'000 km. Google sagt, dass man dafür 211 Stunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 75 km/h Autofahren muss, was selbst mit einem kleinen Auto nicht realistisch ist. Ich rechne mal mit der halben Durchschnittsgeschwindigkeit, was rund 420 Stunden reine Fahrzeit ergäbe. Bei einer Reisedauer von sechs Monaten, was 180 Tagen entspricht, müssten wir also jeden Tag mindestens 2 Stunden und 20 Minuten oder rund 90 km fahren.

Das tönt vom bequemen Sessel aus nicht nach viel - aber sehr wahrscheinlich fahren wir nicht jeden Tag, werden manchmal vielleicht von Pannen oder störrischen Grenzwächtern aufgehalten, wollen uns etwas in Ruhe anschauen oder sind bei einer gastfreundlichen Familie eingeladen, die uns herumführen will...der Verzögerungsgründe sind viele gewollte und aufgezwungene, schöne und mühsame, freudige und nervige. So kann es gut vorkommen, dass wir ohne viel dazu zu können zu grösseren Etappen gezwungen werden um vorwärts zu kommen. Eines ist sicher: es wird keine reibungslose, einfache und schnelle Reise werden.

Und DARAUF freue ich mich. Sich Zeit nehmen zu können um zu entdecken, um zu schauen, zu erleben und kennen zu lernen.

Reisen

Definitionsversuch

Mongolei - unendliche Weiten (Quelle: https://www.zahninsel.ch/zahnarzt-hilfseinsatz-mongolei/)

Bei Wikipedia liest man zum Thema «Reisen» Folgendes:

Der Begriff Reise bedeutet im Sinne der Verkehrswirtschaft die Fortbewegung von Personen über eine längere Zeit zu Fuß oder mit Verkehrsmitteln außerhalb des Wirtschaftsverkehrs, um ein einzelnes Ziel zu erreichen oder mehrere Orte kennenzulernen (Rundreise). Im fremdenverkehrswirtschaftlichen Sinne umfasst eine Reise sowohl die Ortsveränderung selbst als auch den Aufenthalt am Zielort. Die verwendeten Verkehrsmittel bilden hierbei eine sogenannte Reisekette (wie beispielsweise Bus – Flugzeug – Straßenbahn – Taxi).

Wissenschaftlich werden Reisen unter anderem nach deren Grund, Zweck und Dauer kategorisiert, sowie die Motivationen für das (Ver-)Reisen untersucht. Reisen sind auch Thema in der Literatur und im Film.

Wortgeschichte

Der Ausdruck Reise ist als Erbwort der deutschen Sprache schon vor dem 9. Jahrhundert belegt. Das althochdeutsche Wort reisa bedeutete ‚Aufbruch, Zug, Fahrt‘ und bezeichnete somit das Sich-Aufmachen, Sich-auf-den-Weg-Machen und den zu begehenden Weg gleichermaßen. Das dazugehörige Verb lautete reisōn. Erhalten geblieben ist die Bedeutung des Aufstehens in dem früher auf Segelschiffen üblichen Wachruf „Reise,  Reise!“, der das Signal zum Aufstehen für die Matrosen bedeutete und heute noch in der Marine gebräuchlich ist. Das althochdeutsche Substantiv geht zurück auf das urgermanische Verb rīsan mit der Bedeutung ‚sich erheben, aufstehen‘ (vgl. zum Beispiel engl. to rise).

Im Mittelhochdeutschen hatte reis(e) die Bedeutungskomponente des Aufbruchs bereits verloren, bezeichnete nun aber auch eine spezielle Art der Reise: den Kriegszug, die Heeresfahrt. Dementsprechend hatte das von reis abgeleitete Verb reisen besonders die Bedeutung ‚ins Feld ziehen, einen Kriegszug unternehmen‘ und folglich auch ‚Beute machen, plündern, rauben‘.

Im heutigen Deutsch ist Reise unspezifisch zu verstehen, als eine ‚Fahrt zu einem entfernteren Ort‘. Im Verb reisen ist die Bedeutungskomponente des Aufbruchs, der Abreise noch in Ansätzen erhalten, so etwa in der Phrase „Wir reisen morgen früh“.

Der Begriff der Reise kann auch metaphorisch verstanden werden. Neben der physischen Fortbewegung kann eine Reise etwa den Wandlungsprozess im Leben eines Menschen beschreiben. Demnach ist die Reise nicht als Entfernungsüberbrückung, sondern als Bild für das Leben eines Menschen zu verstehen, welches beispielsweise die Persönlichkeitsformung zum Ziel hat.

Boorstin (1964): Die Differenz zwischen Reisenden und Touristen besteht darin, dass Erstere sich Risiken und Unannehmlichkeiten aussetzten und sind aktiv auf der Suche nach persönlicher Weiterentwicklung. Letztere suchen lediglich das Vergnügen. Der moderne Tourismus passt sich den Bedürfnissen letzterer an: „echte Erlebnisse“ werden durch Pseudo-Events ersetzt.