neuster Artikel 11. Februar 2019

GPS-Tracking mit SPOT3

Quelle www.findmespot.com

Mätthu und Fäbu vom Team «Eye of the Taiga - Mongol Rally 2018» haben uns ihren SPOT3-GPS-Tracker ausgeliehen. Vielen herzlichen Dank!

Mit diesem Gerät sind wir in der Lage, Dir mit einer sicherheitsbedingten Verzögerung sehr genau mitzuteilen, wo wir uns auf der Reise befinden. Du kannst Dich hier auch jederzeit selber informieren.

Ab 6. April 2019 wird das Tracking verfügbar sein.

 

 

Der Iran-Traum ist wohl geplatzt

Nachdem Lorenz bereits mit der Hiobsbotschaft gekommen ist, habe ich nun, nachdem ich recherchiert habe, die Gewissheit: unsere Route um das Kaspische Meer durch den Iran ist wohl gestorben.

Bei Tourenfahrer.de habe ich einen Artikel gefunden, der die Praxis, das seit 2005 bestehende Verbot von Motorrädern mit einem Motorvolumen über 250 cm3 durchzusetzen, bestätigt. So können seit dem 23. Juli 2018 keine Motorräder über 250 cm3 mehr eingeführt werden.

Unsere Variante wird wahrscheinlich sein, dass wir die Fähre von Baku in Aserbaidschan nach Turkmenbashi in Turkmenistan nehmen werden. Hier stellt sich einfach das Problem, dass ein Transitvisum nur 5 Tage Zeit lässt, das gesamte Land zu durchfahren und es muss auf ein bestimmtes Datum vorausbestellt werden. Hinzu kommt, dass die Fähre gar keinen Fahrplan hat, sondern dann fährt wenn sie eben fährt. So ist die Einreise in Turkmenistan gar nicht genau planbar.

Eine Möglichkeit wäre, ein Touristenvisum zu beantragen - das wäre dann aber nur mit einem Führer zusammen möglich.

Wir bleiben dran und ich informiere, sobald ich mehr weiss.

Quelle Google Maps

Präzisierung der geplanten Reiseroute

Wir haben die Reiseroute präzisiert.

Geholfen haben uns die aktuellen Reise-Informationen von Mätteli und Fäbu des Berner Teams «Eye of the Taiga» (website mongolrally.ch), die dieses Jahr mit einem Fiat Panda bis nach Ulan Ude und zurück gefahren sind. Auch einer der vielen Bekannten von Lorenz aus Bern hat uns wertvolle Informationen über die Bestimmungen in Russland geben können.

Einige Länder verlangen eine frühzeitige Beantragung des Visums, bei anderen kann man «on arrival» an der Grenze den Antrag ausfüllen.

Für den Iran müssen wir einen Teil des Fahrzeugwerts auf der Botschaft hinterlegen.

Turkmenistan müssen wir mit einem Transitvisum innert 5 Tagen wieder verlassen und können nur an bestimmten Grenzübergängen ein- und ausreisen.

Wir haben auf der Karte relativ Handgelenk x π geschaut, wie weit wir in einer Woche kommen und so unsere vorläufige Route zusammengestellt. Diese ist nicht in Stein gemeisselt und wird sich im Detail bestimmt meistens woanders bewegen, denn wir werden nicht auf den schnellsten Routen brettern, sondern auf den schönsten geniessen...;)

  • am Samstag, 5. April 2019, verabschieden wir uns zuerst in Bern mit einem Brunch und dann in Basel mit einer kleinen (?) Party
  • am Sonntag, 6. April, fahren wir los.
  • Österreich, Ungarn bis Budapest in der ersten Woche. Das sind rund 1000 km.
  • Budapest - Rumänien - Bukarest - Bulgarien - Istanbul in der zweiten Woche. Das sind rund 1500 km.

  • von Istanbul geht es der Schwarzmeerküste entlang nach Georgien. Bis Tiflis sind es rund 1700 km, das wollen wir in etwa 10 Tagen fahren.
  • Am 1. Mai wollen wir in Aserbaidschan einreisen und danach gemütlich durch den Iran fahren, so dass wir am 1. Juni in Turkmenistan einreisen können.
  • Im Mai sind etwa 2100 Kilometer geplant.

  • Im Juni ist zuerst Turkmenistan angesagt. Asgabat ist die Hauptstadt, die wir besuchen wollen. Und dann natürlich das Tor zur Hölle oder den «Krater von Derweze», ein brennendes Loch in der Erde. Das sind innert 5 Tagen etwa 800 km.

 

Quelle Wikipedia

Dieser Krater ist entstanden, als die Erde über einem Bohrloch zusammen brach. Die Leute hatten dann die gute Idee, das ausströmende Gas anzuzünden, weil sie glaubten, das erlösche dann irgendwann. Das war 1971. Sie warten noch heute.

  • weiter geht's durch Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisistan und Kasachstan.
  • In rund 3 Wochen werden wir diese Strecke von 3800 km zurücklegen...wenn das nicht zu viel ist.
  • Anfang Juli 2019 betreten wir Russland, fahren aber direkt zur mongolischen Grenze.
  • Bis nach Ulaanbaatar, der Hauptstadt der Mongolei sind es rund 2500 Kilometer.
  • Von Ulaanbaatar über Ulan Ude bis nach Irkutsk in Russland sind es dann noch etwa 1000 km.
  • In Irkutsk wollen wir Mitte Juli ankommen. Auch das sind sehr viele Kilometer.

Von Irkutsk bis nach Wladiwostock wären es 4000 km - zurück 8000. Das sparen wir uns sehr wahrscheinlich, nehmen stattdessen einen Inlandflug an den östlichsten Teil und leben uns in der wohl angesagtesten Stadt des Fernen Ostens für ein paar Tage aus.

Danach Rückflug nach Irkutsk und Antritt der Rückfahrt längs durch Russland.

Tönt gut, oder?

Ob es auch wirklich so gut läuft, ob wir diese teilweise grossen Ziele erreichen, ob wir wegen eines Problems stecken bleiben oder gezwungen sind auf ein Ersatzteil zu warten, ob wir gar von einem Ort so überwältigt sind, dass wir länger bleiben wollen, ob sich politische Situationen verändern und wir unsere Route ändern müssen...wir wissen es nicht und bleiben mit der Planung immer flexibel wo immer das geht.

Unser Projekt

Als Lorenz mich fragte, ob ich mitkommen wolle auf diese grosse Reise, war mir sofort klar, dass es kein touristisches Pseudoabentuer mit wohlkalkuliertem Risiko werden würde, sondern dass es vom ersten Kilometer an ein Abenteuer wird. Ganz im Sinne Boorstins Aussage im Wikipedia-Zitat oben suche ich gar nicht die Annehmlichkeiten eines klimatisierten Hotelkomplexes inmitten malerisch angelegter Palmengärten und das seichte Prickeln auf dem Ausflug in das Einheimischendorf am Rand der Wüste. Mich reizt das raue, wilde, die unverfälschte Gastfreundschaft in der Pampa, das ungewohnte Essen, das einem in der Jurte aufgetischt wird und das Beheben einer Panne auf der schlammverschmierten Auffahrt einer Furt des holperigen Steppen-Highways.

Ja, im Ernst. So ist es.

Ich bin mir bewusst, dass meine Hände wahrscheinlich sechs Monate lang nach Diesel riechen werden, das ich nach drei Tagen in den Höhen des Karakorum nach den Annehmlichkeiten des Basler Rheinbords im Sommer lechzen werde und dass mir die sanitären Bedingungen schon nach kurzer Zeit auf den Nerv gehen werden und ich mich nach einem gemütlichen Badezimmer sehnen werde. Aber das sind Kleinigkeiten gegenüber den grossartigen Landschaften, den interessanten Begegnungen, den spannenden Erlebnissen, dem Abenteuergefühl und einfach dem Spass, den wir haben werden!

Reiseroute

Mein absoluter Teaser ist die Mongolei! Dieses Land, diese Landschaft, interessiert mich schon seit ich denken kann. Waren es in der Jugendzeit die Geschichten Tschingis Khans, später die Landschaftfotografien eines Landes, das schier unbegrenzte Weiten kennt und vor ein paar Jahren war es eine Schülerin, Anudari, die als Flüchtling zu mir in die Fremdsprachenklasse gekommen war und mir mit ihrer Art und ihren Erzählungen grosse Lust auf das Land und die Leute machte.

Dieses Land wollte und will ich sehen, erleben, bereisen, fotografieren!

Bei der Beschäftigung mit möglichen Routen - wir haben uns noch nicht festgelegt und werden das auch nicht bis ins letzte Detail machen, sondern wollen spontan reagieren und auch unserer Lust nachgehen können - finde ich in allen Ländern spannende und interessante Aspekte. Meist ist die Fülle an Informationen so gross, dass sich ein längerer Aufenthalt lohnen würde.

Da kommt das Dilemma zwischen der Lust so viel wie möglich zu sehen und entdecken und der begrenzten Zeit für eine relativ lange Strecke. Je nachdem werden wir uns entscheiden, eine Region etwas genauer kennen zu lernen, was sich auf der anderen Seite auf das Fahren auswirken wird. Entweder müssen wir dann die «verlorene» Zeit mit Monsteretappen aufzuholen versuchen oder wir müssen vor dem Erreichen des grossen Ziels umkehren oder stoppen.

Das grosse Ziel. Wladiwostock.

(Quelle) Wladiwostock - Beherrsche den Osten

Wladiwostock liegt dort wo Russland östlich von China wieder ans - Japanische! - Meer, kommt.

Quelle: Google Maps

Auf einer möglichen Route liegen Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, die Türkei, Georgien, Aserbaidschan, der Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Kirgisistan, Kasachstan, Russland und die Mongolei. Es könnte auch sein, dass wir der Adria entlang Richtung Türkei fahren. Dann wären eher Kroatien, Slowenien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Serbien an Stelle von Österreich, Ungarn und Rumänien auf der Liste. Oder wir fahren von Ungarn aus über die Ukraine nördlich am Schwarzen Meer vorbei. Oder wir überqueren das Kaspische Meer von Aserbaidschan aus und lassen den Iran und einige der Stan-Länder aus, nahmen dafür aber die brütend heisse kasachische Steppe mit.

Die mir momentan am sympathischste Strecke ist die erste Variante. Das sind rund 16'000 km. Google sagt, dass man dafür 211 Stunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 75 km/h Autofahren muss, was selbst mit einem kleinen Auto nicht realistisch ist. Ich rechne mal mit der halben Durchschnittsgeschwindigkeit, was rund 420 Stunden reine Fahrzeit ergäbe. Bei einer Reisedauer von sechs Monaten, was 180 Tagen entspricht, müssten wir also jeden Tag mindestens 2 Stunden und 20 Minuten oder rund 90 km fahren.

Das tönt vom bequemen Sessel aus nicht nach viel - aber sehr wahrscheinlich fahren wir nicht jeden Tag, werden manchmal vielleicht von Pannen oder störrischen Grenzwächtern aufgehalten, wollen uns etwas in Ruhe anschauen oder sind bei einer gastfreundlichen Familie eingeladen, die uns herumführen will...der Verzögerungsgründe sind viele gewollte und aufgezwungene, schöne und mühsame, freudige und nervige. So kann es gut vorkommen, dass wir ohne viel dazu zu können zu grösseren Etappen gezwungen werden um vorwärts zu kommen. Eines ist sicher: es wird keine reibungslose, einfache und schnelle Reise werden.

Und DARAUF freue ich mich. Sich Zeit nehmen zu können um zu entdecken, um zu schauen, zu erleben und kennen zu lernen.

Reisen

Definitionsversuch

Mongolei - unendliche Weiten (Quelle: https://www.zahninsel.ch/zahnarzt-hilfseinsatz-mongolei/)

Bei Wikipedia liest man zum Thema «Reisen» Folgendes:

Der Begriff Reise bedeutet im Sinne der Verkehrswirtschaft die Fortbewegung von Personen über eine längere Zeit zu Fuß oder mit Verkehrsmitteln außerhalb des Wirtschaftsverkehrs, um ein einzelnes Ziel zu erreichen oder mehrere Orte kennenzulernen (Rundreise). Im fremdenverkehrswirtschaftlichen Sinne umfasst eine Reise sowohl die Ortsveränderung selbst als auch den Aufenthalt am Zielort. Die verwendeten Verkehrsmittel bilden hierbei eine sogenannte Reisekette (wie beispielsweise Bus – Flugzeug – Straßenbahn – Taxi).

Wissenschaftlich werden Reisen unter anderem nach deren Grund, Zweck und Dauer kategorisiert, sowie die Motivationen für das (Ver-)Reisen untersucht. Reisen sind auch Thema in der Literatur und im Film.

Wortgeschichte

Der Ausdruck Reise ist als Erbwort der deutschen Sprache schon vor dem 9. Jahrhundert belegt. Das althochdeutsche Wort reisa bedeutete ‚Aufbruch, Zug, Fahrt‘ und bezeichnete somit das Sich-Aufmachen, Sich-auf-den-Weg-Machen und den zu begehenden Weg gleichermaßen. Das dazugehörige Verb lautete reisōn. Erhalten geblieben ist die Bedeutung des Aufstehens in dem früher auf Segelschiffen üblichen Wachruf „Reise,  Reise!“, der das Signal zum Aufstehen für die Matrosen bedeutete und heute noch in der Marine gebräuchlich ist. Das althochdeutsche Substantiv geht zurück auf das urgermanische Verb rīsan mit der Bedeutung ‚sich erheben, aufstehen‘ (vgl. zum Beispiel engl. to rise).

Im Mittelhochdeutschen hatte reis(e) die Bedeutungskomponente des Aufbruchs bereits verloren, bezeichnete nun aber auch eine spezielle Art der Reise: den Kriegszug, die Heeresfahrt. Dementsprechend hatte das von reis abgeleitete Verb reisen besonders die Bedeutung ‚ins Feld ziehen, einen Kriegszug unternehmen‘ und folglich auch ‚Beute machen, plündern, rauben‘.

Im heutigen Deutsch ist Reise unspezifisch zu verstehen, als eine ‚Fahrt zu einem entfernteren Ort‘. Im Verb reisen ist die Bedeutungskomponente des Aufbruchs, der Abreise noch in Ansätzen erhalten, so etwa in der Phrase „Wir reisen morgen früh“.

Der Begriff der Reise kann auch metaphorisch verstanden werden. Neben der physischen Fortbewegung kann eine Reise etwa den Wandlungsprozess im Leben eines Menschen beschreiben. Demnach ist die Reise nicht als Entfernungsüberbrückung, sondern als Bild für das Leben eines Menschen zu verstehen, welches beispielsweise die Persönlichkeitsformung zum Ziel hat.

Boorstin (1964): Die Differenz zwischen Reisenden und Touristen besteht darin, dass Erstere sich Risiken und Unannehmlichkeiten aussetzten und sind aktiv auf der Suche nach persönlicher Weiterentwicklung. Letztere suchen lediglich das Vergnügen. Der moderne Tourismus passt sich den Bedürfnissen letzterer an: „echte Erlebnisse“ werden durch Pseudo-Events ersetzt.